Wenige Tage vor unserem Rückflug nach Europa machten wir noch einen kleinen Ausflug auf eine der zahlreichen exotischen Pazifikinseln - genauer gesagt, nach Tonga. Das Königreich Tonga besteht aus 176 Inseln wovon 52 bewohnt sind.
Seit Captain Cooks Besuch auf Tonga sind die Inseln auch bekannt als "Friendly Islands". Bei Cooks Ankunft fand gerade ein Fest statt und der König von Tonga lud Cook ein daran teilzunehmen. Cook freute sich sehr über die Gastfreundschaft (=Friendly Islands). Was er nicht wusste war, dass der König ihn eigentlich töten und verspeisen wollte.
Naja, wir wurden nicht eingeladen sondern bezahlten für alle "Festivitäten", dafür wollte uns aber (glaub ich) auch keiner an den Kragen.
Unser kurzer Besuch dort war gleich ziemlich ausgebucht. Nur 4 Tage hatten wir um die Hauptinsel (Tongatapu), eine Nachbarinsel mit dem einzigen Nationalpark in Tonga ('Eua) und eine kleine Trauminsel mit weissem Sandstrand (Fafa Island) zu erkunden.
Nach unserer späten Ankunft auf Tongatapu und Einchecken im Hostel machten wir noch einen kleinen Abendspaziergang zu einer der vielen chinesischen Imbissbuden und bestellten Fish und Chips für mich und Chicken Nuggets mit Chips für Micha. Als das Essen kam war es erstmal schwer zu unterscheiden was was ist - frittiertes Irgendwas eben. Micha musste dann testen (schliesslich wollte ich nicht versehentlich ins Hühnchen beissen) und verkündete schmatzend, dass er das Huhn hat. Ich fing also an in meine frittierten Bälle zu beissen und fand die Konsistenz irgendwie seltsam... . Beim zweiten oder dritten Stück war ich mir dann sicher. Das ist kein Fisch. Ich liess Micha testen: "Doch, das ist doch Fisch". Dann probierte ich Michas Essen: " Nee, das ist doch der Fisch!". Also tauschten wir und jeder kaute am anderen Essen rum bis: "Bist du dir sicher, dass du nun den Fisch hast?", "Nee.. irgendwie schmeckt das alles gleich eklig".
Wir assen dann nicht ganz auf sondern liessen die fettigen unidentifizierbaren Kadaver in ihren schlappen Pommes liegen und freuten uns auf ein feines Frühstück mit Obst am nächsten Morgen... .
View The Kingdom of Tonga in a larger map
Leider fiel das Frühstück auch erstmal aus da wir um 7 Uhr schon wieder am Flughafen sein mussten für unseren Kurztrip auf die Nachbarinsel 'Eua [Ewua], eine der ältesten Inseln im Pazifik (40 Millionen Jahre) und bekannt für ihren dichten Urwald, viele Vögel und Kalksteinhöhlen, Klippen und Whale watching.
Der Flug von Tongatapu nach 'Eua ist der kürzeste Linienflug der Welt. Zwei mal täglich fliegt eine kleine Propellermaschine innerhalb von 10 Minuten (inklusive Start und Landung) übers Meer zur Nachbarinsel. Die Fährfahrt ist deutlich länger (3-4 Stunden) und verkehrt auch nur einmal alle paar Tage. Eigentlich sollten wir von den Besitzern des Guesthouses in das wir uns eingebucht hatten am "Flughafen" abgeholt werden. Es kam jedoch niemand und so nahm uns eben jemand anderes auf seinem Pick-up mit zum Hostel. 'Eua ist sooo klein, da kennt eh jeder jeden. Dort angekommen freuten wir uns wieder auf ein Frühstück - doch ohne Voranmeldung gab's auch hier nix. Immerhin, der Hausbesitzer zeigte in seinen Garten und meinte da hinten hat's Bananen, da können wir so viele essen wie wir wollen. Mmh, lecker! Wir fanden später raus, dass die ganze Insel voll ist mit Bananen, Papayas, Orangenbäumen und Kokosnusspalmen - verhungern fällt hier also echt schwer ;)
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| Departures and arrivals board. |
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| Getting ready for the 10 min flight. |
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| Not very high above 'Eua. |
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| In der 2. Reihe... |
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| .. und in der 1.! |
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| Supermarkt. |
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| Unser Bungalow. |
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| Brown Booby |
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| Polynesian Triller |
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Nach der kurzen Stärkung brachen wir gleich zu einer Wanderung im Nationalpark auf. Entlang der Küste gings von Klippe zu Klippe wo jede Menge Weissbauchtölpel brüteten, und durch kleine Wäldchen mit vielen Eisvögeln, Schmetterlingen und riesigen Spinnen. Auch ein paar Weissschwanz-Tropicvögel sahen wir über den Wäldern kreisen - diese Art hat ewig lange weisse Federn am Schwanz und sieht ein bisschen aus wie ein Rochen in der Luft. Völlig fasziniert waren wir aber von einer Bande Flughunde. Riesige Tiere die in den Baumwipfeln hingen und immer mal wieder ihre ledrigen Schwingen vor die Sonne gehalten haben. Wenn sie ihre Runden flogen sah man durch die Flügel hindurch. Wow.
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| Welcome to 'Eua. |
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| Banana for free! |
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| Banana? |
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| Hitchhike to the hike. |
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| Pandanus Palm. |
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| A very creative spider. |
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| The giant flying foxes! |
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Auf dem Rückweg ging uns dann dummerweise das Wasser aus, die Sonne brannte aber weiterhin vom Himmel. Zum Glück gab's ja etliche Palmen mit Kokosnüssen voll mit kühlem Saft... . Nur, wie hochkommen und wie öffnen???
Ich wettete dann mit Micha, dass wenn er es schafft eine Kokosnuss vom Baum zu holen, ich es schaffe sie mit einem Stein zu öffnen. Von der ersten hohen Palme rutschte Micha am Stamm entlang einfach wieder runter, doch dann fand sich eine kleinere Palme und schon hielt ich die Nuss in meinen Händen. Ein Stein war auch schnell gefunden, doch dann begann die Arbeit. Ich glaub ich hab bei meinem Veruch die Nuss zu öffnen mehr Wasser durch Schweiss verloren wie dann später Saft drin war. Doch gemeinsam schafften wir es dann doch die grüne Schale zu entfernen und an das leckere Innere zu kommen. Und es hat sich gelohnt! Das war die allerbeste Kokosnuss die ich jemals hatte!! Wir tranken den Saft bis auf den letzten Tropfen und assen das weisse Fleisch ebenfalls fast komplett auf. Soooo lecker! Danach machten wir dann noch einen Abstecher zu einem Korallenstrand - bei Ebbe fand sich hier allerlei Meeresgetier in den zahlreichen Pools, aber mit Baden war leider nix.
Abends im Guesthouse gab's dann wieder frittiertes Irgendwas mit Pommes und Salat - diesmal allerdings ein wenig schmackhafter ;) und für's Frühstück am nächsten Morgen hatten wir nun auch selber vorgesorgt und brutzelten uns Eier mit frischen Tomaten. Den Vormittag verbrachten wir mit einer weiteren Wanderung durch den Nationalpark und einem anschliessenden Spaziergang durch den Ort zum Flughafen von wo aus wir in 10 Minuten wieder auf Tongas Hauptinsel waren.
Am nächsten Tag war Sonntag - der "heilige" Tag für alle auf Tonga. Sonntags ist arbeiten verboten und man muss mindestens einen Gottesdienst besuchen (viele gehen sogar mehrmals am Tag in die Kirche). In der Kirche ist die Hälfte der Anwesenden im Chor oder spielt ein Instrument und die Gesänge sind klangvoll und laut. Wir schafften es morgens bei einem solchen Spektakel dabei zu sein - allerdings war es letztendlich doch auch einfach nur ein Gottesdienst.
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| Another 10 min in the "Islander".. |
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| .. and we were back on Tongatapu. |
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| Sunday church! |
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Zum Glück fand sich dann doch jemand der am Sonntag gearbeitet hat und ein kleines Segelboot nach Fafa-Island steuerte. So liessen wir uns also an unserem letzten Tag auf eine kleine Trauminsel schippern die man in 20 min umrundet hat, die schneeweissen Sandstrand auf der einen Seite und Korallen auf der anderen hatte und nur ein ehemaliges Hippie - nun Luxusresort in der Mitte.
Da wir uns nur für eine Nacht eingebucht hatten erhielten wir sogar noch ein Upgrade und residierten im grössten und schönsten Bungalow auf der Insel. Wir vertrieben uns die Zeit mit am Strand in der Sonne liegen, schwimmen, am Strand Bier trinken, im Outdoor-Badezimmer mit Vogelgezwitscher duschen, um die Insel laufen und sündhaft teure aber unglaublich leckere Cocktails schlürfen.
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| Sailing to Fafa Island. |
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| Message in a bottle? |
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| Our suite! |
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| Yummy cocktails! |
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Nach dem ebenfalls sehr feinen Abendessen gesellten wir uns dann noch zu
einer Kava-Runde. Was das Bier für den Deutschen ist ist der Kava für
die Bewohner Tongas. Kava ist allerdings nicht alkoholisch - es besteht
aus geriebener Pfefferwurzel die lediglich mit Wasser gemischt wird. Das
ganze schmeckt dann leicht erdig und betäubt beim ersten Trinken die
Lippen und den Mund. Gemischt wird es in einer grossen Schüssel aus der
jedem in der Runde reihum eine kleinere Menge in einem Schälchen
gereicht wird. Auf eine Runde Kava trinken folgt eine Zigarette und dann
ein melancholisches Liedchen, dann wieder Kava, rauchen, singen usw... .
Das Ganze kann die ganze Nacht durch so weiter gehen.
Bevor die
melancholische Wirkung einsetzte verliessen wir jedoch die Runde und
genossen für den Rest der Nacht unser Luxus-Bungalow! Am nächsten Tag
folgte dann der lange Heimweg. Mit dem Segelbötchen zurück zur
Hauptinsel, mit dem Shuttle zum Flughafen, und mit Air New Zealand nach
Auckland wo wir nur noch drei weitere Tage hatten bevor es wieder nach
Europa ging.
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| Our outdoor bathroom!! |
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| A beach to dream of... |
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| .. an on. |
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| Cold beers... |
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| ...sweet cocktails... |
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| ...a beautiful sunset... |
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| ... a little bit of Kava... |
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| ... a golden sunrise... |
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| ... and too fast: Bye bye Fafa Island. |
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Schön war es noch ein bisschen Pazifik-Lifestyle erlebt zu haben! Das nächste Mal bleiben wir länger und zwar auf Bora Bora ;)