August 1, 2022

Via alta della Verzasca – nach knapp einem Jahrzehnt die Fortsetzung

Wie schon länger vernachlässige ich meinen Blog ganz furchtbar, was ich immer wieder schade finde, wenn ich dann doch mal Gelegenheit habe alte Einträge durchzulesen und zu staunen, was ich früher alles so erlebt und gedacht hab :)

Nun gibt es aber drei Ereignisse, welche ich nutzen werde um hier mal wieder ein paar Erinnerungszeilen und Bilder zu hinterlassen. Chronologisch nicht ganz in der richtigen Reihenfolge, aber «historisch» das am weitesten zurückreichende Ereignis ist die Fortsetzung und der glorreiche Abschluss der «Via alte della Verzasca» – oder kurz «VAV» – eine T5/T6 Wanderung auf dem Grat des Gebirgszuges welcher das Valle Verzasca vom Valle Leventina trennt.

Im September 2013 – also vor fast 10 Jahren – wollten Micha und ich diese 5-Tägige Gratwanderung unter die Füsse nehmen. Leider haben wir aber nur drei der fünf Etappen geschafft – den Aufstieg aus dem Tal zur Capanna Borgna, und die ersten beiden Gratabschnitte von der Capanna Borgna zur C. Cornavosa, und dann weiter zur C. Efra. Hier verknackste sich Micha den Fuss und wir mussten absteigen – siehe Blogeintrag: https://jmib.blogspot.com/2013/09/magic-wood-via-alta-della-verzasca.html

Nun, Anfang August 2022, hat es endlich mit der Fortsetzung geklappt. Faul und untrainiert kam ich aus Afrika zurück (und das ist dann auch einer der weiteren geplanten Blogeinträge) und hatte schon von den 1'200 Höhenmetern Aufstieg von Frasco im Valle Verzasca zur C. Efra butterweiche Beine… . Umso grösser war meine Freude als wir kurz vor der Hütte am Lago d’Efra vorbeikamen, welcher eine eiskalte Erfrischung bot. Die Hütte ist – wie alle Hütten entlang der VAV – eine Selbstversorgerhütte, bei der allerdings alkoholische Erfrischungsgetränke gekauft werden können. Hach – und wie gut so ein kühles Bier tun kann… ;) Zum Abendessen gabs dann ein stärkendes Steinpilzrisotto, und früh am nächsten Morgen ging es dann auf zur dritten und schwersten Gratetappe der VAV.

Die Etappe fängt jedoch erstmal sehr gemütlich an und führt über Alpen und einige kurze Kraxelstellen auf den Pizzo Cramosina. Von hier aus wird es allerdings spannend bis unangenehm. Die Gratkraxelei zwischen Cramosina und dem höchsten Gipfel der VAV, dem «Madom Gröss» ist unterhaltsam und die schwierigste Stelle gut mit einem Drahtseil versichert. Der Abstieg durch das geröllige Couloir vom Madom Gröss ist jedoch etwas grenzwertig, und vor allem zieht es sich, bis man endlich wieder fester Fels unter den Schuhen hat. Auch der Abstieg vom Pizzo Mezzodi zur Capanna Cognora zieht sich – fast 800 m geht es über ein Geröllfeld mit mittelgrossen Blöcken hinab. Welch eine Wonne war es da bei der – wunderbar auf einem grünen Hügel gelegenen – C. Cognora anzukommen, sich in den Liegestuhl zu lümmeln, und mit einem nun wirklich wohlverdienten kühlen Bierchen die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen.

Der letzte Teil der VAV ist dann nochmals recht einfach und verläuft unterhalb des Grates zur Capanna Barone, von welcher wir dann auch gleich ins Tal abgestiegen sind. Eine schwierige Alternative würde eine weitere Gratetappe erlauben, jedoch waren meine untrainierten Beine ausserstande diese auch nur zu versuchen. Vielleicht folgt diese ja dann in weiteren 10 Jahren… .

No comments:

Post a Comment