December 31, 2007

Valle de Bravo

Jetzt gibts endlich den ersten Eintrag! In den 5 Tagen die ich bis jetzt in Mexico weile hatte ich noch keine freie Minute.
Der Flug war einerseits ganz grosse Klasse...ich bin bei Tag ueber die blau-blitzenden Eisbergspitzen Groenlands


und ueber die Skyline von Manhatten geflogen um dann bei Nacht in der schachbrettartig leuchtenden 20-Millionenmetropole Mexico zu landen. Andererseits wars der Horror schlechthin. Ueber Atlanta und dann bis nach Mexico war so schlechtes Wetter, dass ein Luftloch aufs andere folgte, es ruettelte und schuettelte und vor und hinter mir mussten die Leute ihre Spuktueten benutzen. Endlich angekommen waren dann ewig lange Schlangen an der Passkontrolle und auch vor dem Schallter zur Deklaration von vermisstem Gepaeck. Jups...Delta hatte mal wieder mein Gepaeck iregndwo vergessen. Wie ich am naechsten Tag erfahren sollte hatten sie es sogar bereits in Stuttgart vergessen. Es ist naemlich nicht wie ich ueber Atlanta geflogen sondern kam am naechsten Abend mit KLM direkt aus Amsterdam. Das soll mal einer kapieren.
Bueno, so konnte der Urlaub dann aber endlich los gehen und Marc und ich sind ins ca. 2 Stunden westlich der Ciudad de Mexico gelegene Valle de Bravo gefahren. Valle ist sowas wie das Erholungsstaedtchen fuer reiche gestresste Grosstaedter. Mitten in den Bergen gelegen, an einem huebschen Stausee kann man dort einfach nur relaxen oder allerhand Aktivitaeten machen. Marcs Familie hat dort ein kleines, total urig-gemuetlichen Holzhaeuschen in dem die ganze Familie die freien Tage ueber Weihnachten verbracht hat.
Dort angekommen wurde ich nur noch rundum verwoehnt. Jeden Tag geb es super leckeres Mexicanisches Essen von dem ich bestimmt zu 90% noch nichteinmal gehoert hatte...Chilaquiles, Chile relleno, Quesadillas con florde calabaza (Tortillas mit Kaese und Kuerbisblueten)
oder mit Napal, das ist ein Kaktus, leckeren Fisch, Mexicanisches Ruehrei, ganz, ganz viel Obst das ich noch nicht kannte und und und....! Und wir haben schon unglaublich viele Sachen unternommen. So waren wir Klettern auf der Peña, ein scharfkantiger Vulkanfelsen ueber dem See von dem aus man eine wunderschoene Aussicht hat.


Wir haben einen Ausritt zu den beruehmten schwarz-orangenen Monarchschmetterlingen, welche in Mexico ueberwintern und sich paaren, gemacht.

Diese Schmettrlinge sind unglaublich, sie verbringen den Sommer in Canada und fliegen im Winter ueber 4000 km nach Mexico. Jedes Mal legt eine neue Generation diesen Weg zurueck und immer clustern sie an beinahe den selben Stellen. Wir waren auch noch Segeln und in einer Art Klettergarten, haben den Sonnenuntergang ueber dem See bestaunt und heute wollen Marc und sein Bruder Wakeboarden gehen...ich weiss noch nicht so recht ob ich es wagen soll...schon das Segeln in 40° Schieflage war mir nicht so geheuer.. ;o)


Heute Abend werde ich dann 7 Stunden nach euch auf ein Gutes Neues Jahr anstossen und mit diesem dann auch meine kleine Reise starten...erstmal gehts natuerlich das Meer begruessen!

November 7, 2007

Navidad y Año Nuevo en México

El abeto
Qué verdes son, qué verdes son las hojas del abeto.
En navidad qué hermoso está con su brilliar de luces mil.
Qué verdes son, qué verdes son las hojas del abeto.
Sus ramas siempre airosas son, su aroma es encantador.
Qué verdes son, qué verdes son las hojas del abeto.

Oh Tannenbaum
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit nein auch im Winter, wenn es schneit.
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.

So oder so ähnlich wird es dieses Jahr an Weihnachten bei mir farblich sein und sich sprachlich anhören.
Bevor ich mich nämlich die nächsten 3 Jahre hinter die Lab-Bench fessle oder Drosophilas mit Spätzle-Mutationen hinterher jage, werde ich mich nochmals den angenehmen Seiten des Ex-Studentenlebens widmen und über Weihnachten (navidad) und Silvester (año nuevo) bis Mitte Januar die Nachkommen der Mayas, Nahua, Azteken, Spanier und einer Deutsch-Argentinisch-Mexicanischen Familie in México D.F. besuchen.
Soweit es Internet und Zeit zulassen werde ich euch natürlich wieder mit Anekdoten verköstigen. Ohne Umlaute, dafür aber wieder mit vielen Bildern!

September 3, 2007

Delhi-Palolem-Mumbai und Konstanz

An alle die sich schon Sorgen gemacht haben: Jups, wir sind wieder zurueck!! Vor lauter Faulenzen bin ich in Goa nicht mehr dazu gekommen etwas zu schreiben...dafür gibts nun die letzte Woche sogar mit Umlauten!

Die Indische Hauptstadt Delhi hat es dann doch auch noch geschafft mich ausserhalb des Tibetischen Viertels positiv zu überraschen. Viel sauberer als Mumbai, weniger Verkehrschaos und deutlich weniger nervige Inder dazu wiedereinmal ein nettes red Fort und die Jama Masjid, die groesste Moschee Indiens (und eine der größten der Welt) mit ihren imposanten Minaretten und einem riesigen Hof in dem über 20 000 Gläubige platz finden, erbaut, wie könnte es anders sein, natürlich auch von Goßmogul Shajahan und der Besuch bei einem Indischen Medizinmann der nur "injection, injection" kannte, das war Delhi.




Die Einzahl in obiger Auflistung und den Besuch bei einem original echten Indischen Arzt hat uns Nathi eingebrockt, die nicht nur kein Essen mehr bei sich behalten wollte und auf der Toilette wohnen wollte, sondern über Nacht auf einmal auch noch fast 104°F Fieber bekommen hatte. Aber nach einer "injection" und ein paar lustigen bunten Pillen (Neo, welche Pille nimmst du. Die Blaue oder die Rote?) gings ihr wieder so gut, dass wir am darauffolgenden Morgen endlich in den wohl verdieneten Urlaub nach Goa fliegen konnten.


Aus dem Fluhafengebäude raus gekommen wünschten wir uns mal wieder taub für bestimmte Wörter wie "Yes Madame Rikscha!", "Taxi Madame, Taxi!" zu sein und liefen mit einem dauer-no auf den Lippen zielstrebig Slalom um diverse Anbieter in die Richtung aus der es nach Local-Bus roch. Eine erneute Schlagsahne/Hüpfburg Fahrt brachte mich gut und die kränkelnde Nathi umgerührt nach Palolem, DEM Strandchillort in Goa.
Von dem beliebtester Ort in Goa erwarteten wir einen Bilderbuchstrand mit sich halb-Stündlich wendenden Touristen, Palmen mit Hängematten und Bambushütten mit Meerblick.




Was wir jedoch durch einen Regenschleier sahen waren leere Straßen und am Strand ein paar durchnäßte, wiederkäuende heilige Kühe. Also setzten wir uns den Rest des abends in ein Restaurant, aßen, lasen und lösten Kreuzworträtsel.
Als wir dann am nächsten morgen, wie die Kühe noch das leckere und reichliche Masala-irgendwas vom Vorabend verdauend, aufwachten, schien die Sonne und das Bilderbuch war dann doch fast perfekt! Palolem in der Monsun-Zeit ist zwar hauptsächlich nass, leer und die wenigen Touristen werden dann auch noch von Kokusnüssen erschlagen :o) aber das Arabische Meer ist warm und wenn man dann sowieso nass ist ist der Regen auch nur noch halb so schlimm. Ein paar andere Touris, ein bischen Sonne und die ersten, wirklich netten, kommunikativen Inder haben wir dann doch noch getroffen und so verbrachten wir die Zeit in Goa mit Schwimmen und Wellenringen, Bodyboarden, Strandspaziergängen und Felsklettereien, Essen und Essen verdauen, Trinken, Schlafen und Dösen, Billiard- und Kartenspielen und da sich Nachbarländer ja gerne gesellen, mit viel lustigem Östereichisch-Schweizer-Französisch-Deutschem Getratsche :o).




Mein Indien Faszit: Unglaublich beeindruckendes Land in dem jede neue Stadt, Region oder auch nur Straßenecke mit allem im Kontrast zum zuletzt gesehenen steht. Nach einigen Gebieten in Rajasthan mit stinkenden Müllbergen und Fäkalien in jeder Ecke, gaffenden, grabschenden, spuckenden und nervigen Indern, Hitze und Staub sehne ich mich bestimmt nicht zurück. Aber die schönen, grünen und ruhigen Bergregionen ebenso wie ganz Goa könnte ich noch ein bischen länger erkunden. Auch die vielen verschiedenen Religionen, Hinduismus, Buddhismus, Islam um nur die größten zu nennen und die ebenso vielen Sprachen, die Geschichte Indiens von der Mogulzeit über die Europäische Kolonialherrschaften und die nun 60 Jahre währende Unabhängigkeit bis hin zum Kaschmirkonflikt, Ghandi, Kastensystem und der unendlichen sozialen Probleme ist super interresant. Und natürlich das leckere Essen...Alo Gobi, Tikka Masala, Palak Paneer und Garlic, Missi oder Kashmiri Naan...mmmmh...das wird fehlen!! Allerdings werde ich das nächste mal entweder in männlicher Begleitung oder unter einer Burka durch Indien reisen.... . In diesem Sinne möchte ich nun Tschüss sagen bis zum nächsten Urlaub und wer vorher Fernweh bekommt kann ab nächstem Monat die Geschichten von Olli und Ruth rund um den indischen Ozean (siehe Link) lesen. Alavidha!

August 26, 2007

MapII

Mumbai-Jodhpur-Jaisalmer-Bikaner-Amritsar-McLeodGanj-Jaipur-
Agra-Delhi-Goa

Indias inhabitants



















Jaipur - Taj Mahal - Kapitale Delhi

"Dellidellidelli" schreien die Bus- Zug- Rikschafahrer wenn sie Richtung Indiens Hauptstadt fahren. Diesem Ruf sind wir gefolgt und chillen nun mal wieder...wie koennte es anders sein...im Tibetischen Viertel.
Indien macht uns echt fix und fertig. Die Ruhe und Kraft die wir in den Bergen tankten war auf der Busfahrt schon wieder aufgebraucht. Nach 24h holpriger fahrt ueber Stock und Stein (Bergstrasseen und Schlammlawinen, Schlagloecher und tote Hunde) sind wir als Schlagsahne in Jaipur angekommen. Jaipur, "the pink city", so genannt aufgrund der Gastlichkeit wegen rot gestrichener Gebaeude, ist Industriestadt und das Shoppingparadies Rajasthans. Haendler sind in Stadtviertel eingeteilt und so bekommt in der einen Strasse nur Schuhe, in der naechsten Saris und in der uebernaechsten Schmuck. Allerdings kehrt sich das Paradies ganz schnell zur Hoelle wenn man sich unter die Profitgeier gewagt hat. "Yees madam, you want buy niiice bag, veeery cheeep, yees madam...". "Yees madam, come to seeee my shop, yes madam", "yes madam richshaw", ... "NO NO NO". Es ist einfach unglaublich mit welcher Ausdauer Inder einem hinterher rennen koennen wenn sie Geld wittern. Und die wird man nie wieder los. Nicht mit dem ersten no, auch nicht mit dem zweiten und auch nicht mit dem hundertsten. Da auch das Highlight Jaipurs, die Hawa Mahal, oder der Palast der Winde, eingeruestet war haben wir schon wieder eine Stadt mehr enttaeuscht als begeistert verlassen.
Unser naechstes Ziel war das UNESCO Kulturerbe, Weltwunder und Mausoleum Taj Mahal in Agra. Doch bevor der riesige (fast) perfekte weisse Mamorpalast unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte sahen wir noch was viel skurrileres. Eine huebsche blonde Frau mit schulterfreiem Kleid (wer sich das in Indien wagt muss Lebensmuede sein) in begleitung eines Schwarzen (auch ein seltener Anblick hier..) vor dem Taj. Ich: "Sagmal Nathi, ist das nicht...", Nathi: "Heidi Klum und Seal?!". Doch genau! Die beiden haben sich auch das Taj angeschaut. Sehr lustig! (01.09.07 Sorry, musste die Fotos von der huebschen Heidi vorruebergehend raus nehmen)
Das Taj, erbaut vom Mogul Shahjahan (benannt nach unserem Shah...oder war es andersrum?! :o)), zu Gedenken seiner verstorbenen Hauptfrau ist mit Abstand der sauberste und ruhigste Ort in ganz Indien und wirklich beeindruckend! Aber nach 2 Stunden Traeumerei von einem Mann, der auch sowas fuer einen baut :o) hatten wir genug Romantik und stuerzten uns wieder in das indische Chaos um nach Dellidellidelli zu fahren. Da wir innerhalb einer Stunde nicht faehig waren Zugtickets zu kaufen und alles von Pontius zu Pilatus abgelaufen sind haben wir uns doch mal wieder fuer einen Huepfburg-Bus entschieden. Jetzt im Tibetischen Viertel heisst es wieder viel Kraft tanken und dann geht es mit Wuertze und Spicejet nach Goa...Urlaub vom Urlaub machen!