Die Indische Hauptstadt Delhi hat es dann doch auch noch geschafft mich ausserhalb des Tibetischen Viertels positiv zu überraschen. Viel sauberer als Mumbai, weniger Verkehrschaos und deutlich weniger nervige Inder dazu wiedereinmal ein nettes red Fort und die Jama Masjid, die groesste Moschee Indiens (und eine der größten der Welt) mit ihren imposanten Minaretten und einem riesigen Hof in dem über 20 000 Gläubige platz finden, erbaut, wie könnte es anders sein, natürlich auch von Goßmogul Shajahan und der Besuch bei einem Indischen Medizinmann der nur "injection, injection" kannte, das war Delhi.


Die Einzahl in obiger Auflistung und den Besuch bei einem original echten Indischen Arzt hat uns Nathi eingebrockt, die nicht nur kein Essen mehr bei sich behalten wollte und auf der Toilette wohnen wollte, sondern über Nacht auf einmal auch noch fast 104°F Fieber bekommen hatte. Aber nach einer "injection" und ein paar lustigen bunten Pillen (Neo, welche Pille nimmst du. Die Blaue oder die Rote?) gings ihr wieder so gut, dass wir am darauffolgenden Morgen endlich in den wohl verdieneten Urlaub nach Goa fliegen konnten.

Aus dem Fluhafengebäude raus gekommen wünschten wir uns mal wieder taub für bestimmte Wörter wie "Yes Madame Rikscha!", "Taxi Madame, Taxi!" zu sein und liefen mit einem dauer-no auf den Lippen zielstrebig Slalom um diverse Anbieter in die Richtung aus der es nach Local-Bus roch. Eine erneute Schlagsahne/Hüpfburg Fahrt brachte mich gut und die kränkelnde Nathi umgerührt nach Palolem, DEM Strandchillort in Goa.
Von dem beliebtester Ort in Goa erwarteten wir einen Bilderbuchstrand mit sich halb-Stündlich wendenden Touristen, Palmen mit Hängematten und Bambushütten mit Meerblick.


Was wir jedoch durch einen Regenschleier sahen waren leere Straßen und am Strand ein paar durchnäßte, wiederkäuende heilige Kühe. Also setzten wir uns den Rest des abends in ein Restaurant, aßen, lasen und lösten Kreuzworträtsel.
Als wir dann am nächsten morgen, wie die Kühe noch das leckere und reichliche Masala-irgendwas vom Vorabend verdauend, aufwachten, schien die Sonne und das Bilderbuch war dann doch fast perfekt! Palolem in der Monsun-Zeit ist zwar hauptsächlich nass, leer und die wenigen Touristen werden dann auch noch von Kokusnüssen erschlagen :o) aber das Arabische Meer ist warm und wenn man dann sowieso nass ist ist der Regen auch nur noch halb so schlimm. Ein paar andere Touris, ein bischen Sonne und die ersten, wirklich netten, kommunikativen Inder haben wir dann doch noch getroffen und so verbrachten wir die Zeit in Goa mit Schwimmen und Wellenringen, Bodyboarden, Strandspaziergängen und Felsklettereien, Essen und Essen verdauen, Trinken, Schlafen und Dösen, Billiard- und Kartenspielen und da sich Nachbarländer ja gerne gesellen, mit viel lustigem Östereichisch-Schweizer-Französisch-Deutschem Getratsche :o).








Mein Indien Faszit: Unglaublich beeindruckendes Land in dem jede neue Stadt, Region oder auch nur Straßenecke mit allem im Kontrast zum zuletzt gesehenen steht. Nach einigen Gebieten in Rajasthan mit stinkenden Müllbergen und Fäkalien in jeder Ecke, gaffenden, grabschenden, spuckenden und nervigen Indern, Hitze und Staub sehne ich mich bestimmt nicht zurück. Aber die schönen, grünen und ruhigen Bergregionen ebenso wie ganz Goa könnte ich noch ein bischen länger erkunden. Auch die vielen verschiedenen Religionen, Hinduismus, Buddhismus, Islam um nur die größten zu nennen und die ebenso vielen Sprachen, die Geschichte Indiens von der Mogulzeit über die Europäische Kolonialherrschaften und die nun 60 Jahre währende Unabhängigkeit bis hin zum Kaschmirkonflikt, Ghandi, Kastensystem und der unendlichen sozialen Probleme ist super interresant. Und natürlich das leckere Essen...Alo Gobi, Tikka Masala, Palak Paneer und Garlic, Missi oder Kashmiri Naan...mmmmh...das wird fehlen!! Allerdings werde ich das nächste mal entweder in männlicher Begleitung oder unter einer Burka durch Indien reisen.... . In diesem Sinne möchte ich nun Tschüss sagen bis zum nächsten Urlaub und wer vorher Fernweh bekommt kann ab nächstem Monat die Geschichten von Olli und Ruth rund um den indischen Ozean (siehe Link) lesen. Alavidha!
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