August 26, 2007

MapII

Mumbai-Jodhpur-Jaisalmer-Bikaner-Amritsar-McLeodGanj-Jaipur-
Agra-Delhi-Goa

Indias inhabitants



















Jaipur - Taj Mahal - Kapitale Delhi

"Dellidellidelli" schreien die Bus- Zug- Rikschafahrer wenn sie Richtung Indiens Hauptstadt fahren. Diesem Ruf sind wir gefolgt und chillen nun mal wieder...wie koennte es anders sein...im Tibetischen Viertel.
Indien macht uns echt fix und fertig. Die Ruhe und Kraft die wir in den Bergen tankten war auf der Busfahrt schon wieder aufgebraucht. Nach 24h holpriger fahrt ueber Stock und Stein (Bergstrasseen und Schlammlawinen, Schlagloecher und tote Hunde) sind wir als Schlagsahne in Jaipur angekommen. Jaipur, "the pink city", so genannt aufgrund der Gastlichkeit wegen rot gestrichener Gebaeude, ist Industriestadt und das Shoppingparadies Rajasthans. Haendler sind in Stadtviertel eingeteilt und so bekommt in der einen Strasse nur Schuhe, in der naechsten Saris und in der uebernaechsten Schmuck. Allerdings kehrt sich das Paradies ganz schnell zur Hoelle wenn man sich unter die Profitgeier gewagt hat. "Yees madam, you want buy niiice bag, veeery cheeep, yees madam...". "Yees madam, come to seeee my shop, yes madam", "yes madam richshaw", ... "NO NO NO". Es ist einfach unglaublich mit welcher Ausdauer Inder einem hinterher rennen koennen wenn sie Geld wittern. Und die wird man nie wieder los. Nicht mit dem ersten no, auch nicht mit dem zweiten und auch nicht mit dem hundertsten. Da auch das Highlight Jaipurs, die Hawa Mahal, oder der Palast der Winde, eingeruestet war haben wir schon wieder eine Stadt mehr enttaeuscht als begeistert verlassen.
Unser naechstes Ziel war das UNESCO Kulturerbe, Weltwunder und Mausoleum Taj Mahal in Agra. Doch bevor der riesige (fast) perfekte weisse Mamorpalast unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte sahen wir noch was viel skurrileres. Eine huebsche blonde Frau mit schulterfreiem Kleid (wer sich das in Indien wagt muss Lebensmuede sein) in begleitung eines Schwarzen (auch ein seltener Anblick hier..) vor dem Taj. Ich: "Sagmal Nathi, ist das nicht...", Nathi: "Heidi Klum und Seal?!". Doch genau! Die beiden haben sich auch das Taj angeschaut. Sehr lustig! (01.09.07 Sorry, musste die Fotos von der huebschen Heidi vorruebergehend raus nehmen)
Das Taj, erbaut vom Mogul Shahjahan (benannt nach unserem Shah...oder war es andersrum?! :o)), zu Gedenken seiner verstorbenen Hauptfrau ist mit Abstand der sauberste und ruhigste Ort in ganz Indien und wirklich beeindruckend! Aber nach 2 Stunden Traeumerei von einem Mann, der auch sowas fuer einen baut :o) hatten wir genug Romantik und stuerzten uns wieder in das indische Chaos um nach Dellidellidelli zu fahren. Da wir innerhalb einer Stunde nicht faehig waren Zugtickets zu kaufen und alles von Pontius zu Pilatus abgelaufen sind haben wir uns doch mal wieder fuer einen Huepfburg-Bus entschieden. Jetzt im Tibetischen Viertel heisst es wieder viel Kraft tanken und dann geht es mit Wuertze und Spicejet nach Goa...Urlaub vom Urlaub machen!

August 20, 2007

Amritsar - McLeod Ganj



Amritsar, 30km von der Pakistanischen Grenze entfernt, ist die Stadt der Sikhs. Die Reliogionsgemeinschaft der Sikh ist die 4. groesste in Indien und die meissten davon leben in der Region Punjab. Auf dem Kopf tragen die Maenner einen stattlichen Turban, die meissten Jungs haben jedoch nur ein Tuch mit einer Wurst vorne auf der Stirn...Nathi meint, die sehen aus wie der Maulwurf in der Geschichte "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte wer ihm auf den Kopf gemacht hat". :o)
In Amritsar steht der goldene Tempel, die groesste Pilgerstaette der Sikh die jeden Tag von ca. 30.000 Menschen besucht wird. Fuer Pilger gibt es dort kostenloses Essen und Uebernachtungsmoeglichkeiten. Vom Heiligtum in der mitte eines Sees wird gesagt, dass es mit 750 kg Gold vergoldet ist.
Das ganze Areal wird konstant mit Gesang aus dem heiligen Buch der Sikh beschallt was dem Tempel eine meditative, gechillte Atmosphaere verleiht und einem zu ein bischen Abstand zu dem Trubel auf den Strassen verhilft. Dieser ist inzwischen schon fast unertraeglich geworden. Das staendige angerede, angegrabsche und fast ueber den Haufen gefahren werden ist so anstrengend, dass wir jetzt in die Berge zu den Tibetern gefluechtet sind.
Ah...zuvor haben wir uns ja noch den Wachen-Hahnenkampf an der Pakistanischen Grenze gegeben. Ein wahnsinns Spektakel das die jeden Abend auffuehren und das von beiden Seiten von 1000enden von Menschen zelebriert wird. Das Militaer auf beiden Seiten rennt im Stechschritt auf die Grenze zu, salutiert, stampft mit den Fuessen, spielt den Macho um sich schliesslich am Ende die Haende zu reichen und auf die Sekunde genau gleichzeitig die Flaggen zu senken. Die Massen an zusammen gepfaerchten und schwitzenden Zuschauer rufen im Chorus "Hindustan, Hindustan..." auf der einen und "Pakistan..." auf der anderen Seite und immer wenn das Nachbarland am rufen ist pfeift das andere es aus. Wirklich beeindruckend.

Nach all der Hitze, Schweiss, Stress, Gestank und Gehupe sind wir nun unheimlich froh im kuehlen, verregneten Himalaya zu sein. Wir sind mit dem Bus direkt nach McLeodGanji gefahren, dem Hauptsitz der Tibetanischen Regierung im Exil und immernoch Residenz des Dalai Lama. Leider ist er erst im September wieder hier...waer toll gewesen ihn zu treffen.
Auf dem Weg hier her haben wir das erste mal den Monsun zu spueren bekommen. Massen an Wasser sind auf einmal vom Himmel geschossen und durch den undichten Buss getropft der nun eher einem Amphibienfahrzeug glich und mit unglaublicher konstanz durch reifentiefes Wasser gepfluegt ist. Stoppen konnte uns erst ein Baum der die Strasse fuer ca. 2 Stunden blockiert hat. Ich dachte bis dahin, dass nur die heiligen Kuehe dazu faehig sind die dauerhupenden Busfahrer zu stoppen. Leider hat der Regen bis jetzt nicht aufgehoert und so chillen wir schon den ganzen morgen in unserem Guesthouse. Tut aber unheimlich gut mal nicht zu schwitzen, saubere Luft zum Atmen zu haben und Zeit zum Lesen, Schreiben, Nachdenken... . Dieses Dorf ist auch wirklich praedestiniert dafuer. Viele Tibeter und Moenche die Ruhe ausstrahlen und keine aufdringlichen Inder. Es ist grotesk es zu sagen, aber irgendwie sind wir froh fuer den Moment dem "typischen Indien" entflohen zu sein. Allerdings, wenn wir unsere weiteren Reiseplaene verwirklichen, werden wir bald wieder eintauchen in "the greatest asshole of the world", wie Micha prophezeite. Ich muss inzwischen sagen, er hatte nicht so ganz unrecht... .

August 17, 2007

Map


Fuer den kleinen Ueberblick...! :o) Eingekringelt sind Mumbai (suedlichster Punkt, da sind wir gelandet), Jodhpur, Jaisalmer, Bikaner (in Rajasthan) und Amritsar.

Jaisalmer-Thar desert-Bikaner

Tja...eigentlich wollten wir ja keine so ne bloede Camel-Safari machen...aber wer weiss was uns der Touren-Andreher in den Cafe geschuettet hatte...jedenfalls hatte er uns eine Stunde und zwei Cafe spaeter dazu gebracht, dass wir uns riesig darauf freuten zwei Tage lang bei Gluthitze durch die Wueste zu schaukeln. :o)

Zunaechstmal bummelten wir jedoch durch Jaisalmer. Eine suesse kleine Stadt deren Einwohner frueher den Maharajas gedient hatten und nun versuchen den Touristen saemtliche Souvenirs anzudrehen. Das aus goldenem Sandstein erbaute Fort mit irrsinnig vielen kleinsten Gaesschen koennte einen in ein Maerchen von 1001 Nacht versetzen...wenn da nicht aus jeder Ecke "Yes Madam, come visit my shop, very cheep, just look, dont buy..." yellen wuerde. Alles in allem waren wir ein bischen entaeuscht.


Dafuer ging es ja aber am naechsten morgen mit zwei Daenen, einer Kaertnerin, drei guides, Raja, Kunga, Alifan, Gigu, Robert und Bablu (unsere 6 Kamele) in die Wueste Thar. Die Wueste ist zum grossen Teil eine Stein-Steppen Wueste, die wir zum kleinen Teil durchschaukelten um zu einem der wenigen Flecken mit richtigen Sandduenen zu kommen. Nach einem Sandfreien Abendessen (ich frag mich immernoch wie das geht...) bestehend aus Chapati, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln und einem Glueh-Bier (wer ist bitte so verrueckt in die Wueste Bier mitzuschleppen...) betteten wir uns auf die Kamel-Decken auf eine Duene, keine 10 km von der Pakistanischen Grenze entfernt. Die Nacht war sternenklar und es war ein Traum nach all den stinkenden Staedten mal wieder in der Natur zu sein. Am naechsten morgen sahen wir dann welche Tiere uns Nachts so ueber das Gesicht gelaufen waren...Mistkaefer verbuddelten rings um uns herum die Hinterlassenschaften der Kamele und Skorpione chillen unter unseren Decken. Ja, ja...dabei wurde und vorher versprochen es gaebe keine gefaehrlichen Tiere. Spaeter stellte sich dann herraus, dass es doch einige giftige Schlangen und Skorpione gibt. Neben diesen liefen uns auch noch Antilopen, Pfaue, viele Echsen, Bienen und Libellen und ein Fuchs ueber den Weg.







Am Ende waren wir doch ganz froh unseren Wuesten-Safari-Wellnesstrip inclusive Sand-Peeling, Camel-Po-Massage, Sonnen-Solarium und Kaktus-Akupunktur unbeschadet ueberstanden zu haben.









Ruhe fanden wir dennoch nicht denn schon Abends brachte uns der Zug weiter nach Bikaner...und daran vorbei. Tja, wir verpennten das Aussteigen. Aber alles halb so schlimm...60 km weiter kam der Kontrolleur vorbei und schmiss uns am naechsten Bahnhof raus. So schnappten wir uns einen Bus zurueck, machten unterwegs halt am Rattentempel Karni Mata in dem ein bunch von Ratten lebt, gefuettert, gepflegt und verehrt wird (puh...super strange!) und sind seitdem mit saemtlichen Rattenkrankheiten (man muss in diesem Tempel wie in allen Barfuss laufen...) behaftet in Bikaner (wo es wieder ein Fort gibt...). Heute Abend geht es noch weiter in den Norden nach Amritsar und Attari wo wir uns die naechtliche border-closing ceremony an der Grenze zu Pakistan anschauen wollen.

August 13, 2007

Indian faces...

...and some tourists. :o)







Hey Rob,
we finally decided to head to Jaisalmer tonight. Sláinte! :o)

Jodhpur


Rajasthan, das Land der Koenige das die karge Wuestenlandschaft mit den farbenpraechtigsten Staedten und Saris wett macht.
Eine der Staedte und unser erster Stop in Indien, Jodhpur, wird auch "die blaue Stadt" genannt, da alle Haeuser von Bewohner hoeherer Kasten frueher blau angestrichen wurden. Sie ist am Fusse des 125m hohen, aus kaminrotem Stein gebauten Fort "Meherangarh", das noch immer dem Maharaja von Jodhpur gehoert, gelegen.
Vom rooftop unsres Guesthouses aus konnten wir Chai-masala schluerfend die hohen Mauern bestaunen (Foto1) und vom Fort aus, unser Guesthouse (Foto2) :o)
Die Strassen in Jodhpur sind von heillosem Durcheinander beherrscht. Tuk-tuks, Fahrraeder, wandelnde Saris, Ochsenkarren, heilige Kuehe, Taxis, Kinder, Touristen, Sadus, Hund, Katz, Streifenhoernchen.....alles rennt kreuz und quer unter und drueber, neben und hintereinander. An den bestialischen Gestank zahlloser Scheisshaufen und unendlich fliessender Pisse hat man sich erstaunlich schnell gewoehnt...oder man muss es Lebensnotwendigerweise einfach lernen zu ignorieren (Foto3) .
Erfreuliches fuer die Nase gibt es nur an Gewuertzstaenden und -laeden wo es nach Curry, Zimt, Kreuzkuemmel, Safran, Chai, Cumin, Koriander, Masala, Chilli, Safran, Kardamon....duftet (Foto4). Natuerlich tragen auch die zahllosen indischen Deliktessen wie: Lassies, Currys, Rotis, Samosas, Masalas und co. mit ihrerem typisch Geruch zum Wohlbefinden bei.
Lustig wird es wenn einen wieder eine Horde Strassenkids endeckt hat. Dann werden die zwei Englischen Saetze ausprobiert die sie kennen: "Which country? What is your name?" Inzwischen heisse ich Karin, Hansi, Eleni, ... und komme mal von den Kanaren, mal aus Griechenland, Hawaii oder dem Nordpol. Erstaunlich wieviel Namen sie dann doch auf anhieb aussprechen koennen und wie viele Laender sie zu kennen scheinen (Foto5).
Heute Abend geht es fuer uns weiter nach Jaisalmer, die "goldene Stadt" in Rajasthan.