Mumbai-Jodhpur-Jaisalmer-Bikaner-Amritsar-McLeodGanj-Jaipur-Agra-Delhi-Goa

Haendler sind in Stadtviertel eingeteilt und so bekommt in der einen Strasse nur Schuhe, in der naechsten Saris und in der uebernaechsten Schmuck. Allerdings kehrt sich das Paradies ganz schnell zur Hoelle wenn man sich unter die Profitgeier gewagt hat. "Yees madam, you want buy niiice bag, veeery cheeep, yees madam...". "Yees madam, come to seeee my shop, yes madam", "yes madam richshaw", ... "NO NO NO". Es ist einfach unglaublich mit welcher Ausdauer Inder einem hinterher rennen koennen wenn sie Geld wittern. Und die wird man nie wieder los.
Nicht mit dem ersten no, auch nicht mit dem zweiten und auch nicht mit dem hundertsten. Da auch das Highlight Jaipurs, die Hawa Mahal, oder der Palast der Winde, eingeruestet war haben wir schon wieder eine Stadt mehr enttaeuscht als begeistert verlassen.
Unser naechstes Ziel war das UNESCO Kulturerbe, Weltwunder und Mausoleum Taj Mahal in Agra. Doch bevor der riesige (fast) perfekte weisse Mamorpalast unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte sahen wir noch was viel skurrileres. Eine huebsche blonde Frau mit schulterfreiem Kleid (wer sich das in Indien wagt muss Lebensmuede sein) in begleitung eines Schwarzen (auch ein seltener Anblick hier..) vor dem Taj. Ich: "Sagmal Nathi, ist das nicht...", Nathi: "Heidi Klum und Seal?!". Doch genau! Die beiden haben sich auch das Taj angeschaut. Sehr lustig! (01.09.07 Sorry, musste die Fotos von der huebschen Heidi vorruebergehend raus nehmen)


Das ganze Areal wird konstant mit Gesang aus dem heiligen Buch der Sikh beschallt was dem Tempel eine meditative, gechillte Atmosphaere verleiht und einem zu ein bischen Abstand zu dem Trubel auf den Strassen verhilft. Dieser ist inzwischen schon fast unertraeglich geworden. Das staendige angerede, angegrabsche und fast ueber den Haufen gefahren werden ist so anstrengend, dass wir jetzt in die Berge zu den Tibetern gefluechtet sind.
Die Massen an zusammen gepfaerchten und schwitzenden Zuschauer rufen im Chorus "Hindustan, Hindustan..." auf der einen und "Pakistan..." auf der anderen Seite und immer wenn das Nachbarland am rufen ist pfeift das andere es aus. Wirklich beeindruckend.
Massen an Wasser sind auf einmal vom Himmel geschossen und durch den undichten Buss getropft der nun eher einem Amphibienfahrzeug glich und mit unglaublicher konstanz durch reifentiefes Wasser gepfluegt ist. Stoppen konnte uns erst ein Baum der die Strasse fuer ca. 2 Stunden blockiert hat. Ich dachte bis dahin, dass nur die heiligen Kuehe dazu faehig sind die dauerhupenden Busfahrer zu stoppen. Leider hat der Regen bis jetzt nicht aufgehoert und so chillen wir schon den ganzen morgen in unserem Guesthouse. Tut aber unheimlich gut mal nicht zu schwitzen, saubere Luft zum Atmen zu haben und Zeit zum Lesen, Schreiben, Nachdenken... . Dieses Dorf ist auch wirklich praedestiniert dafuer. 

Viele Tibeter und Moenche die Ruhe ausstrahlen und keine aufdringlichen Inder. Es ist grotesk es zu sagen, aber irgendwie sind wir froh fuer den Moment dem "typischen Indien" entflohen zu sein. Allerdings, wenn wir unsere weiteren Reiseplaene verwirklichen, werden wir bald wieder eintauchen in "the greatest asshole of the world", wie Micha prophezeite. Ich muss inzwischen sagen, er hatte nicht so ganz unrecht... .
der Touren-Andreher in den Cafe geschuettet hatte...jedenfalls hatte er uns eine Stunde und zwei Cafe spaeter dazu gebracht, dass wir uns riesig darauf freuten zwei Tage lang bei Gluthitze durch die Wueste zu schaukeln. :o)
Raja, Kunga, Alifan, Gigu, Robert und Bablu (unsere 6 Kamele) in die Wueste Thar. Die Wueste ist zum grossen Teil eine Stein-Steppen Wueste, die wir zum kleinen Teil durchschaukelten um zu einem der wenigen Flecken mit richtigen Sandduenen zu kommen. Nach einem Sandfreien Abendessen (ich frag mich immernoch wie das geht...) bestehend aus Chapati, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln und einem Glueh-Bier (wer ist bitte so verrueckt in die Wueste Bier mitzuschleppen...) betteten wir uns auf die Kamel-Decken auf eine Duene, keine 10 km von der Pakistanischen Grenze entfernt. Die Nacht war sternenklar und es war ein Traum nach all den stinkenden Staedten mal wieder in der Natur zu sein. Am naechsten morgen sahen wir dann welche Tiere uns Nachts so ueber das Gesicht gelaufen waren...Mistkaefer verbuddelten rings um uns herum die Hinterlassenschaften der Kamele und Skorpione chillen unter unseren Decken. Ja, ja...dabei wurde und vorher versprochen es gaebe
keine gefaehrlichen Tiere. Spaeter stellte sich dann herraus, dass es doch einige giftige Schlangen und Skorpione gibt. Neben diesen liefen uns auch noch Antilopen, Pfaue, viele Echsen, Bienen und Libellen und ein Fuchs ueber den Weg.
Am Ende waren wir doch ganz froh unseren Wuesten-Safari-Wellnesstrip inclusive Sand-Peeling, Camel-Po-Massage, Sonnen-Solarium und Kaktus-Akupunktur unbeschadet ueberstanden zu haben.
strange!) und sind seitdem mit saemtlichen Rattenkrankheiten (man muss in diesem Tempel wie in allen Barfuss laufen...) behaftet in Bikaner (wo es wieder ein Fort gibt...). Heute Abend geht es noch weiter in den Norden nach Amritsar und Attari wo wir uns die naechtliche border-closing ceremony an der Grenze zu Pakistan anschauen wollen.


