

Amritsar, 30km von der Pakistanischen Grenze entfernt, ist die Stadt der Sikhs. Die Reliogionsgemeinschaft der Sikh ist die 4. groesste in Indien und die meissten davon leben in der Region Punjab. Auf dem Kopf tragen die Maenner einen stattlichen Turban, die meissten Jungs haben jedoch nur ein Tuch mit einer Wurst vorne auf der Stirn...Nathi meint, die sehen aus wie der Maulwurf in der Geschichte "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte wer ihm auf den Kopf gemacht hat". :o)
In Amritsar steht der goldene Tempel, die groesste Pilgerstaette der Sikh die jeden Tag von ca. 30.000 Menschen besucht wird. Fuer Pilger gibt es dort kostenloses Essen und Uebernachtungsmoeglichkeiten. Vom Heiligtum in der mitte eines Sees wird gesagt, dass es mit 750 kg Gold vergoldet ist.
Das ganze Areal wird konstant mit Gesang aus dem heiligen Buch der Sikh beschallt was dem Tempel eine meditative, gechillte Atmosphaere verleiht und einem zu ein bischen Abstand zu dem Trubel auf den Strassen verhilft. Dieser ist inzwischen schon fast unertraeglich geworden. Das staendige angerede, angegrabsche und fast ueber den Haufen gefahren werden ist so anstrengend, dass wir jetzt in die Berge zu den Tibetern gefluechtet sind.Ah...zuvor haben wir uns ja noch den Wachen-Hahnenkampf an der Pakistanischen Grenze gegeben. Ein wahnsinns Spektakel das die jeden Abend auffuehren und das von beiden Seiten von 1000enden von Menschen zelebriert wird. Das Militaer auf beiden Seiten rennt im Stechschritt auf die Grenze zu, salutiert, stampft mit den Fuessen, spielt den Macho um sich schliesslich am Ende die Haende zu reichen und auf die Sekunde genau gleichzeitig die Flaggen zu senken.
Die Massen an zusammen gepfaerchten und schwitzenden Zuschauer rufen im Chorus "Hindustan, Hindustan..." auf der einen und "Pakistan..." auf der anderen Seite und immer wenn das Nachbarland am rufen ist pfeift das andere es aus. Wirklich beeindruckend.Nach all der Hitze, Schweiss, Stress, Gestank und Gehupe sind wir nun unheimlich froh im kuehlen, verregneten Himalaya zu sein. Wir sind mit dem Bus direkt nach McLeodGanji gefahren, dem Hauptsitz der Tibetanischen Regierung im Exil und immernoch Residenz des Dalai Lama. Leider ist er erst im September wieder hier...waer toll gewesen ihn zu treffen.
Auf dem Weg hier her haben wir das erste mal den Monsun zu spueren bekommen.
Massen an Wasser sind auf einmal vom Himmel geschossen und durch den undichten Buss getropft der nun eher einem Amphibienfahrzeug glich und mit unglaublicher konstanz durch reifentiefes Wasser gepfluegt ist. Stoppen konnte uns erst ein Baum der die Strasse fuer ca. 2 Stunden blockiert hat. Ich dachte bis dahin, dass nur die heiligen Kuehe dazu faehig sind die dauerhupenden Busfahrer zu stoppen. Leider hat der Regen bis jetzt nicht aufgehoert und so chillen wir schon den ganzen morgen in unserem Guesthouse. Tut aber unheimlich gut mal nicht zu schwitzen, saubere Luft zum Atmen zu haben und Zeit zum Lesen, Schreiben, Nachdenken... . Dieses Dorf ist auch wirklich praedestiniert dafuer. 

Viele Tibeter und Moenche die Ruhe ausstrahlen und keine aufdringlichen Inder. Es ist grotesk es zu sagen, aber irgendwie sind wir froh fuer den Moment dem "typischen Indien" entflohen zu sein. Allerdings, wenn wir unsere weiteren Reiseplaene verwirklichen, werden wir bald wieder eintauchen in "the greatest asshole of the world", wie Micha prophezeite. Ich muss inzwischen sagen, er hatte nicht so ganz unrecht... .
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