
Tja...meinen Drachen konnte ich leider nicht mehr steigen lassen, da Dank Feiertag kein Shop offen hatte, der mir eine Nylonschnur haette verkaufen konnte. Aber die Wueste, los Médanos de Coro, war trotzdem schoen heiss, staubig und sandig und natuerlich wieder fuer allerhand lustige Fotos gut!



Abends zuckelten wir dann im Nachtexpress innerhalb von 12 Stunden in die 1600m hoch gelegene Andenstadt Mérida. Allerdings hielten wir uns dort vorerst nur ziemlich genau einen Cafè con Leche lang auf, denn dann begegneten wir Charlotte und Jeff wieder, ein Paerchen aus Toulouse die wir bereits in Chichiriviche und in Coro getroffen hatten. Die beiden waren gerade dabei ihr Gepaeck auf einen Jeep von "Guamanchi-Tours" zu laden und einen 4-Tages Trip nach Los Llanos, der "Serengeti von Suedamerika", zu machen. Da gerade Regenzeit ist, ist Los Llanos ein eher halb unter Wasser stehendes Sumpfland wie trockene Steppe, aber die Landschaft kommt dem sonst doch sehr nahe. Ja, und spontan wie wir sind, haben wir unsere Rucksaecke einfach auch auf den Jeep gepackt und sind mitgefahren. ;o)
Holter-die-polter sind wir die Anden wieder runter bis fast an die Grenze zu Columbien. Hier verbrachten wir dann zwei Naechte in Haengematten auf einer Ranch mitten in den Suempfen, umgeben von Milliarden Mosquitos! Tagsueber ging es dann zu Pferd, zu Jeep oder zu Boot zur Wildlife-Safari. Wir suchten und fanden eine Anaconda, fischten kurz drauf in ein und dem selben Sumpf Piranjas (die dann Abends gebraten auf unserem Teller landeten und nicht nur uns, sondern auch den Caimanen schmeckten, derren Revier auch jener Tümpel war). Wir fingen eine Matmata, eine sehr alte Schildkroetenart, sahen Capybaras, die groessten Nagetiere der Welt, Toninas (Suesswasserdelphine), Iguanas, handtellergrosse Taranteln, eine Boa Constrictor, kunterbunte Papageien und jede Menge anderer Voegel. Leider fanden wir wieder kein Perezoso und auch der Ameisenbaer, sowie Guerteltiere und Jaguare versteckten sich vor uns.




Nach zwei aufregenden Tagen ging es dann zurueck bis in die Foothills der Anden wo wir noch einen spassigen, wenn auch halb erfrorenen Raftingtrip der Stufe 3 auf dem Rio Acequia genossen. Unsere beiden suessen Guides, Hector y Marco, retteten uns dabei heldenhaft aus jeder Walze :o)



Ganz zurueck in Mérida konnten wir dann bei einer Fahrt mit der hoechsten und laengsten Seilbahn der Welt, dem Teleférico de Mérida, endlich die Schoenheit der Anden geniessen. Diese Seilbahn, einst von den Franzosen erbaut und nun von den Schweizern gewartet, führt schon seit 1958 über 3200 Höhenmeter und 12.5 km auf den 4800m hohen Pico Espejo.
Zwei Stunden brauchten wir von Mérida bis auf den hoechsten Punkt, welcher noch von einer 3m hohen Marienstatue gekrönt wird. War es in Mérida noch T-Shirt Wetter und angenehme 25°C, so froren wir nun in all unsren Jacken und Pullis bei unter Null Grad.
Viele Venezuelanos sahen und fuehlten hier ihren ersten Schnee und freuten sich wie kleine Kinder ueber die ungewohnte weisse Pracht. Einige versuchten sogar ein Andenken mit nach Hause zu nehmen...lange werden sie aber wohl keine Freude daran haben.... .
Knapp unterhalb des Pico Espejo starteten wir dann unsere Wanderung ins 2400m hoch gelegene Anden-Doerfchen Los Nevados. Dabei durchqueren wir etliche Vergetationszonen, vom kargen Paramo bis zu den Naehrstoffreichen Regionen der Andenbewohner. Superschoen...! Los Nevados ist neben einer handvoll Wohnhäusern, drei Posadas (die Venezuelanische Art Hotel), zwei Tante-Emma-Läden, einer Licoreria und einer Kirche auch stolzer Besitzer eines Plaza de Bolívar! Wie es sich eben für eine Richtige Stadt in Venezuela gehört!





In Los Nevados verbrachten wir dann eine Nacht in Eiseskaelte unter 4 Decken. Doch die Bergsonne und ein heisser Cafè con Leche in der Haengematte am naechsten Morgen machten uns wieder fit fuer die 5 Stunden Ruettel-Schuettel Jeepfahrt zurueck nach Merida.
Hier war es zum Glueck schon wieder so warm, dass wir sogar einige der Tausend Eissorten in der beruehmtesten Eisdiele der Welt ausprobieren konnten. Doch an Zwiebel, -Knoblauch- oder Fleischeis haben wir uns dann doch nicht ganz heran getraut. Nathi probierte "Lachs", was zwar nicht ganz zur zweiten sorte "Mandel" passte, jedoch als Hauptspeise und Nachtisch betrachtet wohl sehr lecker schmeckte... .

Sodele, morgen steht uns noch ein halber Tag Artesania shoppen in Merida bevor, ehe wir dann zur 22h Fahrt nach Mochima an den Strand starten.
Und nochmals Sorry fuer alle fehlenden Bilder....die Computer hier sind nicht wirklich fit fuer unsere Technisch komplizierten Kameras... . Aber ich werde die Bilder von Strand und Tierwelt sobald wie moeglich hochladen!
Angefangen hat unsere Reise mit einem kurzen ungewollten Stopover in Caracas, Venezuelas gehasster Hauptstadt, da wir es dank Verkehrschaos (wie gesagt, Autofahren ist hier so billig, dass es alle machen..) nicht mehr weiter geschafft haben. Seit wir, Gottseidank heile, dieser Metropole entkommen sind, kommen uns nur noch Horrorgeschichten ueber Venezuelas gefaehrlichste Stadt zu Ohren. Ich fuehre diese jetzt nicht weiter aus, denn am folgenden Tag lagen wir ja schon wie zwei Oelsardinen am Strand von Puerto Colombia, ein suesses kleines Oertchen im aeltesten Nationalpark von Venezuela: Henri Pittier, so benannt nach seinem Gruender, einem Schweizer Botaniker.
























