Wir erreichten Puerto la Cruz am Karibischen Meer nach einer langen und höchst unbequemen Busfahrt. Unterwegs fuhren wir an riesigen Erdölraffinerien vorbei, die bei Nacht schon von weitem durch ihre hell brennenden und schwarz rußenden Kamine sichtbar waren. Pto la Cruz entpuppte sich dann aber doch als angenehme, lebendige Stadt mit unglaublich vielen Shopping Möglichkeiten und dem besten Italienischen Café in ganz Venezuela. Nachdem wir den Vormittag mit Tickets kaufen, bummeln und Café trinken verbracht hatten, fuhren wir an der Küste entlang weiter zu dem malerischen Strändchen Playa Colarada. So benannt nach dem dunkelroten Sand und dem 100% Venezuela-feeling.

Dort trafen wir zwei Schweizer aus Zürich. Und da auch Schweizer gern unter Genossen sind führten uns die beiden zu ihrem Posada "Rita la Suiza", das eine der schönsten und billigsten Unterkünften während unseren gesamten Aufenthalt darstellte. Rita, eine Auswanderin aus der Schweiz vermietete einige kleine Zimmer und ein riesengrosses mit eigener Küche, Hängematte und Hausschildkröte. Wir quartierten uns hier zusammen mit den beiden Schweizern ein und verbrachten so auch den Schweizer Nationalfeiertag in angemessener Umgebung. Der folgende Tag war leider von Organisatorischem Hin-und-Her geprägt, von Tickets umtauschen und das Tauchen für Nathi organisieren. Doch nachdem wir alles erfolgreich erledigt hatten konnten wir uns auch noch ein Weilchen in den Wellen abkühlen und den Urlaub unter Palmen ausklingen lassen denn am nächsten Tag packten wir bereits zum letzten mal die Rucksäcke.
Dass ich meinen die kommenden 4 Tage nicht mehr auspacken würde hätte ich damals allerdings noch nicht gedacht. Wir fuhren mit Sack und Pack zurück nach Pto. la Cruz wo wir direkt mit einer kleinen Gruppe in einem kleinen Boot zum Tauchen im Nationalpark Mochima aufbrachen. Es wurde ein wunderschöner letzter Tag, maximale Sonne, maximal Meer und unheimlich viele bunte Fische die nur Nathi beim Namen benennen kann. Darunter waren aber Moränen, Trichterfische und solche wie man sie aus dem heimischen Aquarium kennt. Nach all den Piratengeschichten die uns zuvor zu Ohren gekommen sind hoffte ich ja insgeheim noch auf eine Begegnung mit Jack Sparrow...doch leider blieb uns diese verwehrt ;o) Braun gebrannt kehrten wir so zurück aufs Festland, bummelten nochmals durch Puerto um uns dann in den eiskalt klimatisierten Busterminal zu setzen und 4h auf unseren noch kälteren und zudem nassen Bus (ja, es regnete rein...) zu warten welcher uns zurück ins gefährliche Caracas bringen sollte. Uns schlotterten die Knie nicht nur vor kälte. Doch zum Glück managten wir es ein weiteres Mal heil durch Venezuelas Hauptstadt zu kommnen und erreichten übermüdet und verfroren den Flughafen. Dort hatten wir noch einige Stunden bis zum Abflug und so ließen wir die letzten Wochen revue passieren. Es war ein sehr schöner, wenn auch etwas anderer Südamerika Urlaub. Venezuela ist lange noch nicht so touristisch wie Peru oder Bolivien, was es einerseits unheimlich sympathisch macht da alle Menschen die man trifft kompromisslos freundlich und hilfsbereit sind, es andererseits aber auch sehr mühsam zum Reisen und Unterkunft suchen macht. Trotz des wie immer hilfreichen Lonely Planets. Aber es war für mich mit Abstand der Urlaub mit der meisten Biodiversität. So viele verschiedene Vegetationszonen, Tiere und Pflanzen habe ich nichtmal in Ecuador gesehen. Natürlich war es auch ein Urlaub der mit sehr viel Lachen verbunden war. Wie schon in Indien harmonisierten Nathi und ich die meiste Zeit wunderbar und es gab einige lustige Momente. Auch politisch war es ein interessanter Urlaub...zeigte er uns doch ein anderes, wenn auch nicht wirklich besseres, Bild von Hugo Chávez als das, das wir aus den heimischen Zeitungen kennen.
Schade, dass der Urlaub so schnell wieder vorbei war.
Auf dem Heimweg machten wir noch einen Zwischenstop in Paris. Genossen bei schönstem Sonnenschein la tour Eiffel, l`arc de triomphe, le Louvre et le Notredame und natürlich einen Café au lait!


Also, das wars mal wieder mit dem Allheilmittel gegen Fernweh...ich hoffe der nächste Urlaub kommt bald!
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