May 30, 2011

Die neue Monte Rosa Hütte

Der Wetterbericht kündigte letzten Donnerstag grandioses Wetter voraus... zudem zeigte sich die Reservationsliste der neuen Monte Rosa Hütte Überraschend leer. So machten wir uns kurz entschlossen am Samstag Morgen auf nach Zermatt.
Die neue Monte Rosa Hütte ist ein Studierendenprojekt der ETH Zürich und verwirklicht den Gedanken der nachhaltigen Energienutzung. Sie ist (bis auf das Kochen..) zu 90% autark. Energie wird via Photovoltaik erzeugt, die Belüftungsanlage funktioniert mit Wärmerückgewinnung, Abwasser wird wiederaufbereitet und Schmelzwasser im Sommer für den Winter gesammelt. Wer das noch alles genauer wissen will kann sich hier informieren.
Letztes Jahr im März wurde die Hütte, welche nun 120 Personen beherbergen kann, eröffnet. Hierzu gab es eine Ausstellung am Hönggerberg welche mich damals auf den "Bergkristall", wie die Hütte auch genannt wird, aufmerksam machte. Spektakuläre Fotos zeigten die oktagonale Aluminiumhülle in der einzigartigen Gletscherwelt unterhalb des Monte Rosa Massives.
Nun endlich haben Ausrüstung, Wetter und Wille zusammen gepasst und so ging es mit Michas kleinen roten Opel Corsa 230km von Zürich aus über die Kreuzung der Schweiz: Andermatt, den 2436 m hohen Furkapass und durchs urige Rhone Tal nach Täsch. Hier stiegen wir um auf die Bahn und um 13 Uhr begannen wir in Zermatt unsere 8 Stündige Wanderung.. ..über die Riffelalp, den Riffelberg, vorbei am Riffelsee.. ..und der Station Rotenboden (wo die Gornergratbahn alle Nas lang fotowütige Asiaten ausspuckt), wieder hinunter zum Gornergletscher, ....hinüber und auf der anderen Seite wieder hinauf zur Monte Rosa Hütte auf 2883m.ü.M..
Gerade so bei Sonnenuntergang kamen wir an.. geschätzte 1500 Höhenmeter hatten wir hinter uns und waren ganz kaputt nach diesem wundervollen langen Tag... . Die Wanderung zieht sich dank unglaublicher Ausblicke aufs Matterhorn, die Gletscherwelt, das Monte Rosa Massiv und natürlich die Monte Rosa Hütte, welche von weiter weg garnicht wie ein Bergkristall sondern eher wie eine überdimensionierte Espressomaschine aussieht. Aber die Hütte hielt was sie versprach. Im hölzernen Speisesaal bekamen noch ein feines Nudelsüppchen zum Abendessen und dann fielen wir erschöpft in das "Doppelstockbett" im sonst leeren 8-er Schlafraum.
Am nächsten Morgen um 7 gabs Frühstück für uns und vier weitere "Spätaufsteher". Alle anderen ca. 50 Hüttenübernachter hatten ihr Frühstück schon um 3.30 in der Nacht und waren bereits allesamt auf irgendwelche krassen Bergtouren zB auf die Dufourspitze (4634m), den höchsten Berg der Schweiz, aufgebrochen. Da es für uns ja aber nur zurück nach Zermatt gehen sollte hatten wir es gemütlich, genossen das Frühstück, checkten noch die Boulder neben der Hütte aus und suchten vergeblich einen Geocache. Dann ging es zurück, über die Gletscherspalten, wieder hoch zu den Riffelseen..
..und diesmal runter zum Gletschertor und über Furi zurück nach Zermatt. Wieder ca. 1500 Höhenmeter und 9 Stunden. Um 19h erwischten wir den Zug zurück nach Täsch und nach einem Zwischenstopp im Rhonetal für gute Rösti und einen Wurstsalat kamen wir um Mitternacht wieder in Zürich an.
Es war ein perfektes Wochenende in den Bergen!

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