Chapter one: Magic Wood
Mitten in den neuseeländischen Bergen und zwischen den Bouldern in Castle Hill - immer wieder zogen wir Vergleiche: schweizer vs. neuseeländische Alpen. So wunderwunderwunderschön Neuseeland auch war, aber die Granitboulder in der Schweiz sind einfach um längen besser!!!
Seit Ende Juni hab ich wieder fleissig trainiert, meine verkümmerten Bouldermuskeln sind wieder gewachsen (leider auch die hässlichen Druckstellen an den Füssen ;)) und der Spass am Bouldern kam blitzeschnell zurück!
Ende Juli waren wir bereits im Magic Wood und ich konnte einige neue Routen um die 6b meistern. An allem schwereren scheiterte ich jedoch noch. Nun also der zweite Versuch. Bei "Scrubs", bewertet als 7a, patzte ich das letzte Mal an den Zügen über die schmierige Kante. Diesmal rettete mich aber ein wohl-platzierter foothook und gefühlt "ganz easy" konnte ich mit grossem Grinsen über meinem ersten 7a Boulder aussteigen!!
Danach konnte für mich einfach nichts mehr schief gehen und so tauschte ich lässig die Kletter- gegen die Wanderschuhe und machte mich auch zu meiner ersten "T6"-Wanderung in den schweizer Alpen:
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| Fränk focusiert auf den Grimp. |
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| Jule an der 7a Schlüsselstelle. |
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| Erste Schritte auf der T6. |
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Chapter two: Via alta della Verzasca
Oft hat Micha in Neuseeland davon geschwärmt: Wenn wir zurück in der Schweiz sind dann machen wir gleich die "Via alta della Verzasca". Der "Weg hoch über dem Verzascatal" ist eine vier- bis fünftägige Wanderung entlang der Gipfel und Gipfelgrade welche das Verzascatal vom Valle Leventina trennt. Durchgängig als T5 und T6 bewertet ist diese Wanderung das Paradebeispiel für "schwieriges Alpinwandern". Wer nun aber gleich an 60° Grashänge denkt an denen man sich mit Pickeln und den Zähnen hochziehen muss der täuscht sich - die Grashänge halten sich in Grenzen, umso mehr gibt es jedoch ausgesetzte Granitzacken über und um welche man sich winden muss. Bei gutem Wetter ein wahrer Genuss!! Selbst für so einen Gebirgshöhenschisser wie mich ;)
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| VAV - Via alta della Verzasca. |
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| Erster Gipfel. |
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| Poncione di Piotta. |
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Trotz eines sehr späten Starts und sehr schweren Gepäcks (Essen und Vesper für 4 Übernachtungen) erreichten wir nach 1400 Höhenmetern Aufstieg von Vogorno im Verzascatal noch vor Dunkelheit die urige Capanna Borgna. Platz gab es auch noch genug auf der Hütte, denn nur ein Senner-Pärchen und eine dreiköpfige Familie aus den USA nächtigten noch mit uns. Schnell kochten wir uns das "schwerste" Abendessen (Spaghetti mit Tomatensosse) und fielen voller Vorspannung auf den morgigen Tag auf die Matratzen.
Gemütlich ging sie dann los, unsere erste T6-Etappe: Gemütliches Frühstück, gemütlich über eine Alm an bimmelnden Kühen und Ziegen vorbei, über einen flachen Pass und dann endlich hoch zum Grat. Graspiste - aber mit guten Tritten. Und oben dann feinste Granitkraxelei mit Tiefblick in beide Täler und Aufblick auf all die umliegenden Gipfel. Grandios! So ging das dann den ganzen Tag - Grat runter, Grat hoch, Blick links, Blick rechts, bis auf den höchsten Gipfel dieses Abschnitts, den Poncione die Piotta (2439 m) und dann zuletzt wieder runter zur Alpe Cornavosa, unserem zweiten Nachtlager. Die erst 2009 renovierte Steinhütte glänzte mit neuer, vollausgestatteter Küche, bequemen Matratzen und das Beste: eine warme Dusche!! Zudem hatten wir genügend Zeit zum Rumlümmeln in der Sonne und Zurückdenken an den tollen Wandertag und einem sehr ausgedehnten Abendessen vor der Hütte bei Sonnenuntergang.
Tag 3 sollte etwas entspannter werden - "nur" T5/T6 bewertet. So einfach wollten wir es uns aber nicht machen und zweigten kurz nach Beginn der Etappe zum Gipfel des Poncione Rosso ab. Obwohl die Hinweisschilder für die Fortsetzung der VAV zur Capanna Efra und dem Poncione Rosso deutlich in verschiedene Richtungen zeigten, meinten wir auf der Wanderkarte eine Möglichkeit erkannt zu haben wie man über den Poncione Rosso wieder auf die VAV stossen kann. Wir stiegen also auf bis wir die Platten des Poncione Rosso (2505 m) vor der Nase hatte. Wow - da soll ich hoch? Klar wiesen die Weiss-Blau-Weissen Markierungen auf den nackten Steinplatten den gefühlt-senkrechten Weg nach oben. Oh jeh. Und das auch noch mit dem schweren Rucksack. Man konnte sich dann aber doch überraschend gut an den Plattenkannten festkrallen und auch die Schuhe rutschten nicht. Senkrecht war es also wohl doch nicht. Den Blick nur nach oben gerichtet schafften wir es ohne Probleme auf den Gipfel wo uns mal wieder ein phänomenales Alpenpanorama erwartete. Nur leider kein anderer Weg wieder hinunter. Obwohl wir die VAV von oben sehen konnten sah die geplante Abstiegsstelle mörderisch aus - uns blieb also nichts anderes übrig als alles wieder zurück zu gehen.
Um 14.15 Uhr standen wir dann wieder an dem schon bekannten Wegweiser und begannen nun erst die geplante 8 bis 9 Stunden Etappe. Naja, müssen wir uns eben ein bisschen beeilen ;) Der Weg zog sich jedoch sehr - wie am Tag zuvor ging es rauf und runter immer auf dem Grat entlang, über weitere drei Gipfel (Cima di Bri (2520 m), Cima di Rierna (2461 m) und den Cima di Gagnone (2518 m)) mit grandiosen Aussichten und schwieriger Kraxelei. Weshalb diese Etappe leichter bewertet ist als die vorherige haben wir beide nicht verstanden - zumindest an zwei Stellen muss man ohne Hilfsmittel im geschätzten 2. Grad über dem Abgrund klettern - was weder für die Psyche noch physisch einfach war. Zum Glück erreichten wir noch im Tageslicht den letzten Gipfel und konnten bei letztem Dämmerlicht vom Gratweg auf einen einfachereren Wanderweg wechseln auf welchem wir dann nach ca. einer Stunde tapsen in der Dunkelheit die Capanna Efra erreichten. Dummerweise übersah Micha ca. 100 m vor der Hütte ein Loch am Boden und knickte trotz dicker Bergstiefel ganz fürchterlich um. Zum Glück war es nun nicht mehr weit aber ob wir am nächsten Tag die letzte geplante Etappe noch machen können war fraglich... .
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| Capanna Cornavosa. |
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| Sonnenuntergang. |
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| "Der" Wegweiser. |
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| Auf dem Poncione Rosso. |
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| Ein Stück gemütlichen Grat. |
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| Nächster Gipfel. |
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| Cima di Gagnone. |
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| Lago d'Efra. |
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| Kreuzweg. |
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Leider schwoll der Knöchel über Nacht tatsächlich so dick an, dass an eine Fortsetzung nicht zu denken war. Blöd - haben wir aus dem Hüttenspiel nichts gelernt und sind immer noch nicht REGA-Gönner. So konnte Micha leider nicht Heli fliegen und musste die 1200 Höhenmeter hinab ins Tal humpeln. Schade auch, dass wir die letzte Etappe mit den höchsten Gipfeln nicht mehr machen konnten - ist aber immerhin ein Grund nochmal wieder zu kommen und die VAV bei nächster Gelegenheit abzuschliessen. Es war auf jeden Fall superschön und absolut empfehlenswert für jeden der trittsicher und schwindelfrei ist!
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| Poncione Rosso Platten. |
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| Da gehts lang??? |
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| Warten auf den Bus.. . |
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| Schlingnatter? |
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