September 1, 2013

Unterengadin

Es gibt tatsächlich noch Teile der Schweiz, welche wir innerhalb der letzten Monate nicht besucht haben. ZB das Unterengadin - ein weiterer Zipfel am "Ende" der Schweiz. Määtze und Stephi kamen uns für fünf Tage besuchen und so brachen wir trotz allerschlechtester Wetterprognosen auf zu einer Dreitageswanderung am Rande des Schweizer Nationalparks.

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Der erste Teil der Wanderung führte uns bei noch strahlendem Sonnenschein hoch hinaus über Scuol auf die auf 2500 m gelegene Chamonna Lischana. Kaum kamen wir jedoch auf der gemütlichen Hütte an fing es draussen auch schon an zu regnen was unsere Gipfelpläne für den Piz Lischanna so ziemlich ins Wasser fallen liess. Machte aber gar nichts. Wir entdeckten ein Schweizer Hüttenquartett und das grosse SAC Hüttenspiel und spielten ganz begeistert bis wir alle Hütten und die Wege dazwischen kannten. So lernten wir auch wie wichtig es ist Gönner der Rega zu sein und welche Vorteile eine SAC Mitgliedschaft bringt ;)

Über Scuol.
In der Sesvenna Hütte.
Uina-Schlucht.
Weg durch die Schlucht.

Nach gemütlicher Nacht im Viererzimmer erwartete uns am frühen Morgen das weisse Entsetzen. Die Kühle der Nacht hatte den Regen in Schnee verwandelt und neben ein paar Zentimeter am Boden rieselte es auch noch weiter vor sich hin. Auch ein ausgedehntes Frühstück machte das Wetter nicht besser und nachdem sich alle anderen Hüttengäste für einen Abstieg entschieden hatten machten wir uns auf zum Aufstieg auf die auf knapp 3000 m gelegene Fuorcla da Rims.
Der Schnee war schön klebrig, reichte auch noch nicht weit über die Knöchel und die Sonne drückte auch bereits ein wenig durch die Wolken - alles in allem eigentlich recht ideale Bedingungen für eine Begehnung der 3000er Gipfelkette in Richtung Sesvenna Hütte. So liefen wir also hinter dem Pass munter durch den Schnee wieder hinunter, vorbei an ein paar hübschen Seen und wieder hinauf auf unseren ersten Gipfel, den 3026 m hohen Piz d'Immez. Kaum angekommen und das Vesper ausgepackt brach auch endlich die Sonne durch ein kleines Wolkenloch und verzauberte die Landschaft um uns herum in ein Winterwonderland.
Guter Dinge und frisch gestärkt marschierten wir auf dem Grat entlang weiter über einen unbenannten Gipfel und dann hinunter in die Fuorcla Cornet. Puh, hier strahlte die Sonne dann so richtig und das Gruppenfoto mit dem Piz Cristanas im Hintergrund entstand. Der war dann auch als nächstes dran und mit 3092 m der Königsgipfel unserer Tour. Es folgten aber noch zwei weitere, der Piz Rims (3050 m) und der Schadler (2948 m) von welchen sich uns eine einmalige Sicht auf die Alp Sursass und den Föllakopf bot. Von nun an ging es nur noch hinunter und ganz flink zur Sesvennahütte wo schon der Begrüssungsschnaps, warme Bettchen und ein Abendessen wartete.

Lischana bei unserer Ankunft...
... und bei unserer Abreise.
Aufstieg zum Pass.
Blick auf die Alp Sursass.
Vor dem Piz Cristanas...
...und auf dem Piz Cristanas.
Der fotogene Föllakopf #1...
...Föllakopf #2...
und Föllakopf #3.

Beim Blick in den Spiegel am nächsten Morgen schaute mir dann sowas wie ein Waschbär entgegen - hatten wir wohl doch mehr Sonne abbekommen als erwartet ;) Naja, an diesem Tag sollte Sonne nicht das Problem sein denn in strömenden Regen ging es durch die spektakuläre Uina-Schlucht zurück zum Auto. Ein in die senkrechte Felswand gehauener Weg führt hoch über dem Bach durch die Schlucht und sorgt für fantastische Tiefblicke. Auch mit Sonnenschein wäre es hier düster gewesen.
Zurück am Auto wählten wir für die Heimfahrt den Albulapass, welchen bisher weder wir noch unser Demio gesehen hatten, und stoppten in Thusis für eine sehr feine Pizza.
Das war ein prima Wochenende, eine tolle Tour und beste Gesellschaft! Danke für die schöne Zeit Määtze und Stephi!!

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