July 1, 2010

Fast in Tibet - Dege, Baiyu, Ganzi und Kanding

Von Serxu aus fuhren wir weiter in die Provinz Sichuan, welche direkt an die Tibetische Grenze schliesst und in ihrem westlichen Teil kaum jeh einen Han-Chinesen sieht, hinein. Ueber Manigango und den eisigen 5050m hohen Chola (Tro La) Pass
nebst gleichnamigen 6168m hohen Berg fuhren wir in das urig tibetische Dege. Dege ist bekannt fuer seine Printing Lamasery die zu den drei Wichtigsten in der Tibetischen Kultur gehoert (zusammen mit Lhasas Potala und der Sakya Monastery). Ca 70% der Tibetischen Schriften sind hier in einem wuderschoen moenchsrot gestrichenen und mit gold verziertem Bau gelagert um den Pilger stundenlang ihre Kreise ziehen.
Wir genossen die heilige Atmosphaere im und um den Bau bis uns ein sehr freundlicher aber auch aufdringlicher Moench ansprach und uns auf eine zweistuenige Erkundungstour quer durch alle Wohnungen vom Bekannten und Hinterhoftempel Deges mitnahm.
Nach einem vollen Tag Dege, Monastery, Moenche pur und natuerlich Tibetischen Momos die den Magen fuellten, standen wir am folgenden Morgen um 6 Uhr frueh auf um nach Baiyu zu fahren. Unser Mininusfahrer wartete allerdings nicht wie versprochen an der Strasse und so brauchten wir eine gute Stunde um endlich ein Transportmittel nach Baiyu zu finden. Es war ein selbstmordgefaehrdeter, tibetischer, kein Wort chinesisch sprechender Truckfahrer der uns zusammen mit zwei gehandicapten, rotzenden und spuckenden alten weisshaarigen Maennern, einer hysterisch schreienden Frau und einem scheissenden Baby ueber uebelste Schotter- und Schlammlochpisten, immer ganz nahe am Abgrund zum reissenden Gebirgsfluss, in seiner Bremsenlossen Schrottkarre mitnahm. Beihnahe haette ich mich wieder des Katholischen Glauben bekannt und gebetet, aber zum Glueck musste es nicht so weit kommen und nach fuenf Stunden tuergriffzerdrueckender Fahrt kamen wir in Angstschweiss gebadet aber sonst gesund in Baiyu an. Wir schmissen unserem Fahrer die 10 Euro hin und waren innerhalb von Sekunden raus aus dem Wagen. Puh... so gestresst gelang es uns kaum das schoene tibetische Baiyu...
...zu geniessen und so stellten wir uns bald wieder an die Strasse um eine Mitfahrgelegenheit zurueck zur Nationalstrasse bei Ganzi zu finden. Diesmal hatten wir mahr Glueck. Ein Franzoesisch-Tibetischer Moench und seine Begleitung nahm uns in ihre schicken Mitsubishi Jeeps auf und so konnten wir die bislang schoenste Fahrt durch das Tibetische Hochland, schneebedeckte Berge, tiefe gruene, alpenaehnliche Taeler und wilde Boulderwiesen trotz sehr schlechter Fahrbahn (Strasse waere schon zu viel gesagt..) geniessen.
Nach einer gewitterreichen Nacht in Ganzi fanden sich wieder ein Moench welcher uns mit nur wenig technischen Problemen...
...mit bis nach Kanding nahm. Welch Kulturschock. Wir sind wieder in der Zivilisation... .

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